Montag, 14. Juli 2014

Gartenarbeit oder Gärtnern?

"Wer mich ganz kennenlernen will, muss meinen Garten kennen. Denn mein Garten ist mein Herz".
Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau

Wenn ich nach meinem Garten gefragt werde und erzähle, wie groß er ist, höre ich den einstimmigen Schlachtruf: „Oh mein Gott! So viel Arbeit!“ Komisch, ich denke immer: „So viel Spaß!“ Aber irgendwie hat das noch nie jemand zu mir gesagt. Und meistens kommen dann noch Anmerkungen zur „pflegeleichten“ Gestaltung. Also gaaanz viel Rasen, wenig Beete, große Sträucher am Rand (damit man ganz gewiss keinen Kontakt zu den Nachbarn hat) und vieeele schöne Bodendecker, die das aufmukende Unkraut in Dunkelheit vergehen lassen.
Wer hat eigentlich behauptet, dass Rasen pflegleicht ist? Bekommt mal einen wirklich guten (halbwegs unkraut, klee- und moosfreien) Rasen hin! Das ist harte Arbeit! Mein Mann kann mehr als nur ein Lied davon singen und wir kennen noch nicht mal die Namen aller (Un-)kräuter, die den grünen Teppich latent durchsetzen.
Was mich immer wieder verwundert ist der Begriff "Gartenarbeit". Der klingt in meinen Ohren schon negativ behaftet, denn wer will in seiner Freizeit auch noch "Arbeit" verrichten?
Gärtnern macht glücklich. Jednfalls mich. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Weil ich mit den Händen etwas erschaffen kann. Es ist für mich ein bißchen wie Malen – nur nicht mit dem Pinsel auf der Leinwand, sondern mit Grün in schwarzer Erde. Malen in 3D mit allen Sinnen sozusagen. Aber es gibt einen großen Unterschied; ein Kunstwerk ist irgendwann vollendet und bleibt in dieser Form für die Ewigkeit erhalten. Ein Garten befindet sich ständig im Wandel.
Wachsen, Werden und Vergehen wiederholen sich stetig. Und auch wenn letzteres einen mit Wehmut erfüllt, so weiß ich doch, dass der Zyklus ein paar Monate später von vorne beginnen wird. Es bleibt keine Zeit für Traurigkeit im Winter, es bleibt nur Zeit zum Pläneschmieden für das kommende Frühjahr.
Und man kann immer wieder etwas Neues entwickeln, (weiter-)entwickeln und verändern. 
Deshalb: Auf in den Garten!
Liebe Grüße
Katharina 

Kommentare:

  1. Mann kannst Du peotisch schreiben so beginne ich doch fast anders über die Gartenarbeit zu denken.....hhhhmmmm.....Nein doch nicht ist verdammt viel Arbeit aber wenn es euch soviel Freude bereitet Freue ich mich unso mehr auf Euer Paradis!!! Also so 4 Wochen und wir sind daaaaa!!!
    Drücke dich!!!
    Justys

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  2. Katharina, beim Lesen mußte ich beifällig grinsen! Den Spruch mit der vielen Arbeit hier kriege ich ständig hingedrückt. Und manchmal sage ich dann: Da ist hier unerwünscht!
    Ich war auch seeehr froh über den Regen, nur die Hortensien, die hängen halt jetzt, da ist nichts mehr zu ändern. Und das Unkraut ist schon einen Meter höher (gefühlt). Aber erst wenn trocken ist, kann man da ran - sonst zieht man zu viel Erde mit raus.

    Sigrun

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    1. Liebe Sigrun,
      wenn die Stauden manchmal nur so schnell im Wachstum wären wie das Unkraut!! Mein Kampf gegen die Ackerwinde geht in die nächste Runde und auch die Brennnesseln haben durch den Regen wieder neuen Schwung gewonnen. Aber so ist das Leben und ohne ein paar Herausforderungen wäre es doch langweilig :-)
      Liebe Grüße
      Katharina

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  3. Hallo Katharina,
    herzlichen Dank für deine netten Worte bei mir.
    So habe ich dein Blog (endlich) gefunden. Obwohl ich schon seit Jahren in der Bloggerwelt unterwegs bin, bin ich wohl immer elegant an deinen Posts vorbeigesurft.
    Schön ist es bei dir. Vor allem dein Garten gefällt mir sehr.
    Du sprichst mir aus der Seele bei deinen Betrachtungen über die Gartenarbeit.
    Als ich vor einigen Wochen meinen Garten geöffnet hatte, fragten viele Besucher wie ich die viele Arbeit im Garten schaffe."Bisher hatte ich keine Arbeit, nur Freude" war dann immer meine Antwort.
    Liebe Grüße
    Anette

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    1. Liebe Anette,
      die Antwort werde ich mir merken, die ist wirklich gut und trifft genau zu!
      Liebe Grüße
      Katharina

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