Dienstag, 22. Juli 2014

Liebe auf den ersten Atemzug

Es gibt Momente im Leben, da ist man einfach schockverliebt. Von einer Sekunde zur anderen macht es Bam - und man ist hin und weg und ein entrückte Lächeln macht sich im Gesicht breit.
So ging es mir vor kurzem. Und es geht nicht um einen Mann (in meinen Liebsten bin ich täglich schockverliebt...). In diesem Fall hat ein Besuch beim Garten diesen glückshaften Rauschzustand ausgelöst. Wir haben einen absolut zauberhaften Garten in der Nähe von Bad Segeberg besucht und da war so ein atemberaubender Duft in der Luft..hmm... zum dahinschmelzen schön.
Ein Blick zu unserer Linken offenbarte das Geheimnis. Ein Pergolagang von mehreren Metern, an dem sich zu beiden Seiten eine Vielzahl Rosen der gleichen Sorte emporrankte. Weiße Blütenbüscheln in schier endloser Zahl erfreuten das Auge und dieser herrliche Duft, den sie verbreiteten, einfach magisch!

Natürlich musste ich wissen, wie der Name dieses Schätzchens ist und schon dieser allein ist die pure Poesie: Guirland d`Amour.
Mein Mann und ich waren beide hin und weg. Und als er ein paar Tage verreisen mussten, habe ich die Chance ergriffen ihn zu überraschen. An den Anfang des Weges, der zu unserer Haustür führt, habe ich einen Rosenbogen platziert und zwei Exemplare der Guirland d`Amour an die Seiten gepflanzt. Bekommen habe ich die Schöne vom Rosenhof Schultheis. Sie haben die Reise dank guter Verpackung blendend überstanden. Jetzt haben sie seit zwei Wochen ihre Plätzchen bezogen und als ich heute morgen aus dem Haus ging, sah ich, dass das erste Blütenbüschel sich öffnet... und ich war wieder verliebt!
Liebe Grüße
Katharina

Donnerstag, 17. Juli 2014

Schönes und weniger Schönes

Hallo ihr Lieben,
hier scheint nach einem ganz kurzen Regenintermezzo wieder die Sonne. Den Regen hatten die Natur auch bitter nötig...

 Und so kann ich den Abend wieder im Garten genießen, wie so oft mit  der Gartenschere in der Hand.

Egal, wie der Tag war, wenn ich abends in meine Gummistiefel schlüpfe und das Gartenwerkzeug aus dem Schuppen hole, bin ich schlagartig zufrieden. Selbst dann, wenn es ums Unkrautjähten geht, eine von vielen Menschen eher ungeliebte Tätigkeit. Für mich ist es wie eine Meditation, etwas, in dem ich versinken kann. Und es ist schön zu sehen, wie sich Ordnung einstellt in meinen Beeten. Ist das jetzt typisch deutsch? Ich weiß es nicht, aber zu meiner Verteidigung kann ich anführen, dass ich auch Vagabunden in meinen Beeten dulde und ich mich über die filigranen Blütenglocken der Akeleien und die hochaufragenden Pompons der Verbena Bonariensis immer freue, auch wenn sie an eigenwillig gewähler Stelle auftauchen. Aber Garten ist Natur, da darf oder muss auch so etwas erlaubt sein.
An Brennesseln habe ich weniger Freude, auch Ackerwinde und Giersch zählen nicht gerade zu meinen liebsten Freunden. So manche Schlacht habe ich gegen sie geschlagen, aber es bleibt ein zähes Ringen um die Vorherrschaft im Beet und ich weiß, dass unter so manchem Storchschnabelblatt oder im Schutz der hinreißenden Herbstannemone eine kleine Brennessel sitzt und sich über meine Unfähigkeit, sie zu entdecken, amüsiert. Aber auch das ist Garten.

Liebe Grüße
Katharina

Montag, 14. Juli 2014

Gartenarbeit oder Gärtnern?

"Wer mich ganz kennenlernen will, muss meinen Garten kennen. Denn mein Garten ist mein Herz".
Hermann Ludwig Heinrich von Pückler-Muskau

Wenn ich nach meinem Garten gefragt werde und erzähle, wie groß er ist, höre ich den einstimmigen Schlachtruf: „Oh mein Gott! So viel Arbeit!“ Komisch, ich denke immer: „So viel Spaß!“ Aber irgendwie hat das noch nie jemand zu mir gesagt. Und meistens kommen dann noch Anmerkungen zur „pflegeleichten“ Gestaltung. Also gaaanz viel Rasen, wenig Beete, große Sträucher am Rand (damit man ganz gewiss keinen Kontakt zu den Nachbarn hat) und vieeele schöne Bodendecker, die das aufmukende Unkraut in Dunkelheit vergehen lassen.
Wer hat eigentlich behauptet, dass Rasen pflegleicht ist? Bekommt mal einen wirklich guten (halbwegs unkraut, klee- und moosfreien) Rasen hin! Das ist harte Arbeit! Mein Mann kann mehr als nur ein Lied davon singen und wir kennen noch nicht mal die Namen aller (Un-)kräuter, die den grünen Teppich latent durchsetzen.
Was mich immer wieder verwundert ist der Begriff "Gartenarbeit". Der klingt in meinen Ohren schon negativ behaftet, denn wer will in seiner Freizeit auch noch "Arbeit" verrichten?
Gärtnern macht glücklich. Jednfalls mich. Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute. Weil ich mit den Händen etwas erschaffen kann. Es ist für mich ein bißchen wie Malen – nur nicht mit dem Pinsel auf der Leinwand, sondern mit Grün in schwarzer Erde. Malen in 3D mit allen Sinnen sozusagen. Aber es gibt einen großen Unterschied; ein Kunstwerk ist irgendwann vollendet und bleibt in dieser Form für die Ewigkeit erhalten. Ein Garten befindet sich ständig im Wandel.
Wachsen, Werden und Vergehen wiederholen sich stetig. Und auch wenn letzteres einen mit Wehmut erfüllt, so weiß ich doch, dass der Zyklus ein paar Monate später von vorne beginnen wird. Es bleibt keine Zeit für Traurigkeit im Winter, es bleibt nur Zeit zum Pläneschmieden für das kommende Frühjahr.
Und man kann immer wieder etwas Neues entwickeln, (weiter-)entwickeln und verändern. 
Deshalb: Auf in den Garten!
Liebe Grüße
Katharina 

Samstag, 12. Juli 2014

Sonnenanbeter und Schattenkinder

Hallo ihr Lieben,
Wochenende und Ferienbeginn - zumindest hier im Norden! Ich weiß, einige müssen noch länger warten, bis sie ihren Koffer packen können. Aber der ein oder andere wird vielleicht auch Zuhause bleiben und sich nicht vom Garten trennen, der im Sommer zur Hochform aufläuft. 
Da ich munter (so einigermaßen) weiterarbeite, bleibe ich dem Garten erhalten und lege die Beine abends auf unserem Palettensofa hoch, wo ich das Plätschern des Wassers besonders gut hören kann.
Links von mir liegt dann der eher schattige-halbschattige Gartenbereich. Dort sind es zur Zeit vor allem die Astilben, die Farbe hineinbringen. 


Ich mag diese leuchtenden Blütenpuschel sehr gern, die über das dunkle Laub hinausragen.


Ich habe verschiedene Sorten gepflanzt, die alle als Gruppe zusammenstehen, z.B. "Christian" (eine Zwerg-Waldspiere), "Cattleya", "Purpurlanze", "Europa" oder "Bressingham Beauty".


Wenn ich nach rechts schaue, sehe ich die Sonnenanbeter, denen es nicht warm genug sein kann. Dazu zählen auch die Phloxe, zu denen ich ein eher gemischtes Verhältnis habe.


Ich mag sie durchaus in einer gemischten Staudenrabatte, aber sie zählen nicht unbedingt zu meinen Lieblingen - trotz der schier endlosen Auswahl an Farben und Zeichnungen. Aber irgendwie rangieren sie bei mir hinter Rittersporn, Gaura, Salbei, Schafgarbe, Taglilien und Co. So hat jeder seine Favoriten....


Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße
Katharina