Montag, 7. September 2015

Von Plänen und ihren Änderungen

Es gibt irgendwie immer zwei Gärten. Einmal diesen Garten aus unserer Phantasie, in dem alles so arrangiert ist, wie wir es uns erträumen, in dem es wunderbar grünt und blüht und bei dessen Anblick wir in Begeisterung ausbrechen.
Und dann gibt es noch den anderen, jenen, den wir mit einem Blick aus dem Fenster sehen. In dem es schwierige Bodenverhältnisse gibt, der unter zu viel oder zu wenig Regen leidet und in dem sich Blattläuse genauso wohl fühlen wie ungeahnt viele Blattkrankheiten.
Und doch arbeiten wir ständig daran, dass diese beiden Gärten deckungsgleich werden; der eine unserer Träume und der unserer Realität.


Aber manchmal muss man Änderungen akzeptieren. So ging es mir bei meinem "Senkgarten". Das Wort muss ich in Anführungszeichen setzen, da er nicht - wie ein typischer Senkgarten - komplett abgesenkt ist, er neigt sich langsam nach unten.
In meiner Phantasie und auf dem Papier war es ein klassischer Rosengarten.


Vor ein paar Tagen habe ich meinen alten Plan wiedergesehen, den ich zu Papier gebracht hatte in der Annahme, dass man einen ganz symmetrischen Rosengarten anlegen könnte, also Rosen kombiniert mit Katzenminze, Frauenmantel, Gräsern, das ganze schön eingefasst von Lavendel. Am Ende sollte eine kleine Rasenfläche sein, auf der man sich mit einem kleinen Tisch und zwei Stühlen niederlassen könnte.



Dann habe ich - Gott sei Dank - erst einmal auf der linken Seite angefangen, die ersten Rosen, Gräser und Katzenminze zu setzen. Dann kam die Lavendeleinfassung auf beide Seiten. Das war es für das erste Jahr und der Winter kam. Und mit ihm das Ende des Lavendels.
Denn es stellte sich raus, das der Boden extrem schwer und feucht war. Die nasse Witterung im Winter und Frühjahr tat dem Lavendel gar nicht gut, am Ende des Senkgartens stand das Wasser.


Der Rasen war einer Moorlandschaft gewichen. An einen schönen Sitzplatz zu denken, war indiskutabel. So musste der Lavendel weichen, ebenso der Rasen am Ende.
Nun befindet sich dort eine Kiesfläche, die mit erhöhtem Regenaufkommen deutlich besser zurecht kommt und ein kleines Wasserbecken.
Es stellte sich zudem heraus, dass die rechte Seite deutlich mehr Schatten abbekommt von einer Reihe hoher Bäume des Nachbargrundstücks. So habe ich den Gedanken an Rosen ad acta gelegt. Aber irgendwie viel mir das nicht mal schwer. Denn wenn eine Sache nicht funktioniert, ist es doch die perfekte Gelegenheit etwas Neues auszuprobieren!


Denn andere Kandidaten fühlen sich genau an diesem Platz wohl! So zum Beispiel die Astilben...


oder Blutweiderich, Dreimasterblume, Astrantien und Wasserdost.




Und natürlich meine besonders geliebten Herbstanemonen, deren Blüten hier herrlich im Wind auf ihren langen Stängeln tanzen.


Und so erfreue ich mich jetzt eines wunderbaren Blütenrausches. Ganz anders als ich dachte, aber dennoch genauso schön. Der Senkgarten meiner Realität ist anders geworden. Und irgendwie auch der Senkgarten meiner Träume, denn die Wirklichkeit kann unerwartet auch einmal besser sein als gedacht :-)

Kommentare:

  1. Ja, liebe Katharina, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Noch bevor ich die Astilben im Bild sah, wollte ich sie Dir empfehlen. Vergiß nicht den Herbsteisenhut (ja, er ist giftig, aber ich kenne kein Kind, das Blätter aus dem Garten ißt) und die Silberkerzen (Cimicifuga in Sorten) mit ihrem herrlichen Duft. Auch ich liebe Herbstanemonen. Ich denke, daß solch ein Beet besser aussieht als Rosen mit Katzenminze. Letztere liebt Trockenheit und wird sich wahrscheinlich auch noch verabschieden. Und wenn man sich weigert, Gift in den Garten zu spritzen, hat man an Rosen (mit wenigen Ausnahmen) auch keine große Freude. Ein Garten ist in ständiger Veränderung. Wenn Deine Nachbarn die hohen Bäume fällen, bekommst Du vielleicht noch mal einen Rosengarten. Eine schöne Woche und liebe Grüße Edith

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  2. Achja, das kenne ich.. die Phantasie und die Realität ;) Doch so kamst du zu der Gelegenheit, Sonnenblüher zu setzen, die Wasser brauchen. Darum könnte ich dich fast beneiden ;) Das mit den Läusen sehe ich inzwischen (nach 8 Jahren gärtnern) ziemlich locker. Mich stören sie nicht mehr und die Marienkäferlarven freuen sich. Und umgebracht haben sie noch keine meiner Pflanzen. :)
    Viele Grüße
    Tatjana

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  3. Hallo Katharina, tolle Garteneinblicke zeigst du. Das mit dem Pläneschreiben hab ich schon lange aufgegeben, es funktionierte einfach nicht und so gärtnere ich aus dem Bauch heraus - wobei... ich mach mir im Laufe des Jahres schon eine Liste mit den angedachten Umzügen im Herbst, aber ob es dann so klappt. ;-)
    LG und einen schönen Abend, Marita

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