Dienstag, 29. September 2015

Eine zweite Rosenzeit

Eine Rose ist eine Rose ist eine Rose....
Das ist die Wahrheit und doch ist nur eine halbe Wahrheit, denn die Rose ist so viel mehr als nur ihre äußere Erscheinungsform, sie ist die Königin unter den Blumen, Symbol der Liebe, je nach Farbe steht sie für Reinheit oder Leidenschaft.
Wie sollte man ihr neutral gegenüberstehen?

Ghislaine de Feligondé
Wie sich ihrem Zauber entziehen? Der Eleganz, dem wunderbaren Duft, der gerade von den alten Rosen oder ihren neugezüchteten Schwestern verströmt wird?

Unbekannte Zaunkönigin

Marie Bugnet
 Ich versuche es gar nicht erst und so hat sich die Zahl der verschiedenen Arten und Sorten Jahr für Jahr bei mir erhöht. Und nun ist das Gros von ihnen noch einmal zu einem grandiosen Blütenfinale gestartet...

Sarah van Fleet

Wir sollten die letzte Rosenblüte des Jahres noch einmal in vollen Zügen genießen und ihren Zauber aufsaugen, damit wir uns ihrer im Winter erinnern können, wenn draußen nur die nackten, blätterlosen Büsche zu sehen sind, von denen man kaum glauben kann, welche Freude sie in der Lage zu bereiten sind.



Sonntag, 20. September 2015

Er blüht noch immer...

An manchen Tagen erfasst sie auch mich, die leichte Herbstmelancholie, das Gefühl des leisen Abschieds von den vielen Höhepunkten des Gartenjahres. Vor allem wenn das Wetter regnerisch und grau ist, scheint mir alles irgendwie zu Ende zu gehen.
Und dann auf einmal gibt es doch einen Lichtblick oder vielleicht auch eher eine Erkenntnis; er blüht noch immer - der Garten!


In diesem Fall kam die Erkenntnis, als ich für eine Veranstaltung kleine Blumenarrangements in Saucieren zusammenstellen musste. Ein Rundgang durch den Garten mit einem Holzkörbchen brachte ein farbenfrohes Ergebnis.


Goldrute, Rudbeckia, Cosmeen, Dahlien, Fetthennen.....


Der Anblick hat mir ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. Denn solange es noch so wunderbar blüht, gibt es keinen Grund zur Traurigkeit!

Montag, 7. September 2015

Von Plänen und ihren Änderungen

Es gibt irgendwie immer zwei Gärten. Einmal diesen Garten aus unserer Phantasie, in dem alles so arrangiert ist, wie wir es uns erträumen, in dem es wunderbar grünt und blüht und bei dessen Anblick wir in Begeisterung ausbrechen.
Und dann gibt es noch den anderen, jenen, den wir mit einem Blick aus dem Fenster sehen. In dem es schwierige Bodenverhältnisse gibt, der unter zu viel oder zu wenig Regen leidet und in dem sich Blattläuse genauso wohl fühlen wie ungeahnt viele Blattkrankheiten.
Und doch arbeiten wir ständig daran, dass diese beiden Gärten deckungsgleich werden; der eine unserer Träume und der unserer Realität.


Aber manchmal muss man Änderungen akzeptieren. So ging es mir bei meinem "Senkgarten". Das Wort muss ich in Anführungszeichen setzen, da er nicht - wie ein typischer Senkgarten - komplett abgesenkt ist, er neigt sich langsam nach unten.
In meiner Phantasie und auf dem Papier war es ein klassischer Rosengarten.


Vor ein paar Tagen habe ich meinen alten Plan wiedergesehen, den ich zu Papier gebracht hatte in der Annahme, dass man einen ganz symmetrischen Rosengarten anlegen könnte, also Rosen kombiniert mit Katzenminze, Frauenmantel, Gräsern, das ganze schön eingefasst von Lavendel. Am Ende sollte eine kleine Rasenfläche sein, auf der man sich mit einem kleinen Tisch und zwei Stühlen niederlassen könnte.



Dann habe ich - Gott sei Dank - erst einmal auf der linken Seite angefangen, die ersten Rosen, Gräser und Katzenminze zu setzen. Dann kam die Lavendeleinfassung auf beide Seiten. Das war es für das erste Jahr und der Winter kam. Und mit ihm das Ende des Lavendels.
Denn es stellte sich raus, das der Boden extrem schwer und feucht war. Die nasse Witterung im Winter und Frühjahr tat dem Lavendel gar nicht gut, am Ende des Senkgartens stand das Wasser.


Der Rasen war einer Moorlandschaft gewichen. An einen schönen Sitzplatz zu denken, war indiskutabel. So musste der Lavendel weichen, ebenso der Rasen am Ende.
Nun befindet sich dort eine Kiesfläche, die mit erhöhtem Regenaufkommen deutlich besser zurecht kommt und ein kleines Wasserbecken.
Es stellte sich zudem heraus, dass die rechte Seite deutlich mehr Schatten abbekommt von einer Reihe hoher Bäume des Nachbargrundstücks. So habe ich den Gedanken an Rosen ad acta gelegt. Aber irgendwie viel mir das nicht mal schwer. Denn wenn eine Sache nicht funktioniert, ist es doch die perfekte Gelegenheit etwas Neues auszuprobieren!


Denn andere Kandidaten fühlen sich genau an diesem Platz wohl! So zum Beispiel die Astilben...


oder Blutweiderich, Dreimasterblume, Astrantien und Wasserdost.




Und natürlich meine besonders geliebten Herbstanemonen, deren Blüten hier herrlich im Wind auf ihren langen Stängeln tanzen.


Und so erfreue ich mich jetzt eines wunderbaren Blütenrausches. Ganz anders als ich dachte, aber dennoch genauso schön. Der Senkgarten meiner Realität ist anders geworden. Und irgendwie auch der Senkgarten meiner Träume, denn die Wirklichkeit kann unerwartet auch einmal besser sein als gedacht :-)