Montag, 14. August 2017

Rettet den Vorgarten

Wenn ich in unser Dorf abbiege, erstrecken sich zu beiden Seite Einfamilienhäuser, mal kleiner, mal größer, manchmal noch mit einer Ferienwohnung darin, wie das in Urlaubsgebieten oft der Fall ist. 
Wenn ich auf die Gärten davor schaue, ist leider meist wenig Interessantes zu sehen. Oftmals Rasenfläche und ein paar Büsche, gern die klassische Kirschlorbeerhecke oder (noch viel unschöner) eine Thujahecke. 
Blühendes ist Mangelware. Und an dem ein oder anderen Grundstücke wird vor allem mit Kies und Klinker gearbeitet, damit schön viel Parkfläche und möglichst wenig Arbeit da ist.


Der Anblick ist leider eher trostlos und langweilig. Und ich frage mich oft, was die Motive der jeweiligen Eigenheimbesitzer sind. Haben wirklich alle Angst vor Arbeit? Oder sind Kiesflächen mit drei grünen Buchskugeln drin einfach der letzte modische Schrei? Freut man sich über diese Anblick, wenn man abends nach Hause kommt oder sieht man das einfach nicht mehr?


Der Bundesverband Garten- und Landschaftsbau e.V. hat Anfang des Jahres die Initiative "Rettet den Vorgarten" gestartet. Dabei will man einerseits die Motive der Vorgartenbesitzer herausfinden, warum immer mehr zu Kies- und Schotterflächen gegriffen wird. Zum anderen möchte man in die andere Richtung motivieren, denn gerade heute sind die Vorgärten ein wichtiger Bestandteil "grünen" Lebens, von denen sowohl Kinder und Erwachsene als auch natürlich viele Tiere profitieren.


Ich glaube fest daran, dass ein schönes Umfeld - und da gehört der Vorgarten unbedingt dazu - einen Menschen glücklicher und zufriedener macht.





Es ist sicher nicht leicht, den Trend umzukehren, aber ich denke, es ist wichtig, etwas in diese Richtung zu unternehmen. Viele Menschen sehen vielleicht das ungenutzte Potential vor ihrer Haustür nicht oder wissen einfach nicht, wie sie etwas ändern könnten.



Erfreulicherweise gibt es heute eine Vielzahl von Inspirationsquellen; Zeitschriften, Bücher, Fernsehsendungen, Gartenausstellungen und natürlich dies hier, das Internet! 



Vom Bienensterben und den Problemen, welche Insekten mittlerweile haben, über die Runden zu kommen, wurde bereits viel in den verschiedenen Medien berichtet, so dass sich hoffentlich immer mehr Menschen angesprochen fühlen, einen eigenen Beitrag zu leisten. Das muss ja nicht immer gleich etwas ganz Riesiges sein, aber ein bepflanzter, blühender Topf ist auch schon ein Anfang.


Wie seht ihr die Entwicklung in den Vorgärten? Ist das in eurer Region auch ein Problem?
Liebe Grüße
Katharina

Kommentare:

  1. Hallo Katharina,
    wie recht du hast... oft denke ich beim Anblick eines trostlosen Vorgartens, wieviel netter und schöner doch der Empfang für den Besitzer, seine Gäste und jedermann sonst wäre, wenn das Fleckchen Erde ansprechender und einladender gestaltet wäre. Nicht umsonst heißt es ja ... der Vorgarten ist die Visitenkarte des Hauses. ;-)
    Lieben Gruß, Marita

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  2. Das ist Bundesweit ein Problem. Ich denke, viele haben keine Lust mehr auf Garten, hinten sieht es hier auch eher verlottert aus rundherum. Gabionen, Kiesflächen oder verkommene Grünflächen mit Brombeeren. Wo wohne ich eigentlich? Eigentlich sind die meisten Gärten schön, auch vorne, da haben die meisten hier einen Hang. Lustlosigkeit, Ahnungslosigkeit machen sich breit. Wie schade!

    Sigrun

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    1. Liebe Sigrun,
      die Gabionen hatte ich schön glatt verdrängt, aber die sieht man auch vermehrt, also noch mehr Steine....
      Und es stimmt, hinten ist es auch nicht viel schöner, das sieht man oft nur nicht gleich.
      Liebe Grüße
      Katharina

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  3. Ich zucke immer etwas zusammen, wenn mir so ein geschotterter Vorgarten mit Friedhofsgrün begegnet. Zum Glück wohnen wir hier in einem älteren Wohngebiet, wo noch viele Menschen Freude am Gärtnern haben. Aber auf der anderen Seite des Ortes, wo sich die Neubaugebiete befinden, gibt es schon den einen oder anderen Schockgarten. Dabei ist Buchs ja gar nicht pflegeleicht...und Kirschlorbeer nicht bedingungslos winterhart. Gut, dass es so eine Initiative gibt...wir brauchen dringend ein Umdenken. Ich frage mich oft, warum sich manche Menschen ein Haus mit Garten zulegen...wohl nur zum Grillen und Chillen.
    LG Sigrun

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    1. Liebe Sigrun,
      "Grillen und Chillen" - herrlich! Aber ich glaube, damit triffst du den Kern des Problems reccht gut.
      Liebe Grüße
      Katharina

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  4. Hallo Katharina,
    du hast absolut recht. Auch mir ist dieser neue Trend in den vergangen Jahren vermehrt aufgefallen.. Vorgärten werden komplett gepflastert oder mit Kies bedeckt und alle Pflanzen und Blumen komplett verbannt. Ganz schlimm finde ich diese tristen Vorgärten. Ich kann es absolut nicht nachvollziehen, was daran schön sein soll.. Wahrscheinlich geht es tatsächlich darum, dass es so wenig Arbeit wie möglich machen soll. Aber ich finde diesen Anblick einfach nur trostlos. Und diese neue Entwicklung mehr als schade. Deshalb finde ich diese Initiative von der du berichtest total klasse. Ich denke allerdings auch, dass es schwierig wird diesen Trend umzukehren.. aber je mehr Menschen darauf aufmerksam gemacht werden, desto höher sind die Chancen, dass doch einige umdenken.
    Unser Vorgarten bleibt auf jeden Fall bepflanzt, grün und blühend! :-)
    Herzliche Grüße an dich,
    Anne

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    1. Um deinen Vorgarten muss man sich sicher keine sorgen machen :-)

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  5. Me encantan las flores. Buena tarde.

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  6. Na ja, liebe Katharina, ein Garten benötigt regelmäßige Pflege. Es wird so oft von pflegeleichten Gärten gesprochen. Aber gibt es die wirklich? Selbst wenn alles zugewachsen ist, muß man doch immer mal wieder gießen und Verblühtes abzupfen. Ich mit meinem Staudengarten kann im Sommer gar nicht verreisen, weil ich meinen Kindern nicht zumuten mag, nach meinem Garten zu schauen. Wenn man keine Liebe zu Pflanzen hat und die Pflege nur als Arbeit betrachtet, sollte man sich keinen Garten anschaffen.
    Und all die Gartenbesitzer, die tonnenweise Kies und Steine herankarren, werden feststellen, dass die Steine irgendwann unansehnlich aussehen und auch Unkraut auf den Kiesflächen wächst.
    Ich mag auch nicht diese Gärten nur mit Immergrünen, die das ganze Jahr über gleich aussehen.
    In meinem Vorgarten muss man die Jahreszeit erkennen.
    Liebe Grüße
    Edith

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    1. Liebe Edith,
      da stimme ich dir zu, ein Steingarten mit Immergrünen sieht immer gleich aus, man spürt kaum, welche Jahreszeit gerade herrscht. Leider ist die Pflanzenliebe wohl noch nicht verbreitet genug!
      Liebe Grüße
      Katharina

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  7. Schöne Vorgärten sehe ich hier auch selten. Oft sind sie auch total verloddert. Da juckt es mich oft in den Händen. :D Ich habe keinen richtigen Vorgarten. Ich habe nur vorne der gepflasterten Fläche ein bisschen Beetplatz abgetrotzt und bepflanzt. Natürlich macht sowas "Arbeit" und die wollen viele nicht investieren. Ich glaube, dass Gartenkultur in Deutschland bei vielen noch nicht angekommen ist. Und es hängt so viel daran.

    Viele Grüße
    Margrit

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    1. Liebe Margrit,
      das Wort "Gartenkultur" finde ich sehr gut gewählt. Leider ist das vielen kein Begriff.

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  8. Hallo Katharina,
    ja, der "pflegeleichte" Steingarten ist leider auch bei uns fast überall zu sehen. Und wenn man sich die Homepages der Landschaftsgärtner anguckt braucht man sich auch nicht wundern - wird diese Art des "Gartens" doch überall angepriesen. Und wenn ich mich in meinem Bekanntenkreis so umhöre - es hat tatsächlich keiner Lust sich in seiner knapp bemessenen Freizeit mit Staudenteilen, Rosen schneiden und Beet umgraben zu beschäftigen. Ich höre immer wieder "also MIR wäre das zu viel Arbeit...!" Klar! Ein Garten MACHT arbeit und ich kann selten an einem Sonntagnachmittag einfach auf die Terrasse sitzen und nix tun. Will ich aber auch nicht. Denn mich entspannt das. Aber ich muss auch nicht Montags zum Karate, Dienstags zur After-Work-Party, Mittwochs in Zumba......
    Liebe Grüße,
    Kerstin

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    1. Liebe Kerstin,
      ja der Arbeitsaufwand ist wohl der Dreh- und Angelpunkt des Problems. Leute, die meinen Garten sehen, sagen oft, dass ich ihren Garten umplanen soll, weil sie meinen Stil mögen. Aber wenn ich auf die viele Zeit hinweise, die man investieren muss, um so einen Garten in Schuss zu halten, erlahmt das Interesse recht schnell. Dabei ist Gärtnern eigentlich viel entspannender als eine After-work-party!
      Liebe Grüße
      Katharina

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  9. Ich finde auch klassische Vorgärten viel schöner als diese Steinwüsten... na ja jedem wie es ihm gefällt.... Ich bin froh über meinen großen Vorgarten :) Tolle Bilder liebe Katharina <3
    Liebste Grüße
    Christel

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  10. Nachdem ich deinen Post zum ersten Mal gelesen habe, habe ich neulich beim Durchfahren einer Siedlung extra mal aufgepasst. Viele Eigenheimbesitzer sind echt einfallslos wenn es um den Vorgarten/Garten geht. Irgendeine akurat geschnittene Hecke (noch schlimmer Jägerzaun), vielleicht ein Rasenstück, eine Reihe Rosen, ein paar Stauden, die nicht zusammenpassen oder ganz schlimm natürlich ein Kiesbeet. Und es wird über Jahrzehnte nichts verändert. Oder man läßt alles vom Landschaftgärtner anlegen mit Unkrautfolie im gesamten Beet. Oder wie mein Nachbar mit Neubauhaus und ca. über 1500 qm Grundstücksfläche nur "Rasen" und Bepflasterung rundum, Gabionen auch. Vielleicht verändert sich ja noch was. Aber seine Frau macht sich die Hände bestimmt nicht im Garten schmutzig. Das war jetzt gemein. Und wenn der dann auf seiner Terrasse sitzt hat er den vollen Blick auf unseren bewachsenen Garten.
    Glücklicherweise findet man auch andere wirlich garteninteressierte Menschen und schöne Gärten.
    Noch einen schönen Restsonntag
    Sigrid

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    1. So ein riesiges Grundstück und nur rasen??? Warum hat man denn bloß so ein großes Grundstück? Ich dachte, wer keine Lust auf Gartenpflege hat, wählt gleich ein kleineres Grundstück...
      Liebe Grüße
      Katharina

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