Freitag, 8. September 2017

Wie viel Privatsphäre braucht der Mensch im Garten?

Diese Diskussion eröffnete sich im letzten Herbst von ganz allein, als wir beschlossen unsere mit dem Haus erworbene Thujahecke in die ewigen Jagdgründe zu schicken. Wir konnten sie schon seit der ersten Besichtigung unseres Hauses nicht leiden!
Sie thronte erhöht auf einem Steinwall und sorgte dafür, dass die Sicht auf unser Haus - und damit auch auf unsere Terrasse - sommers wie winters versperrt war. Nur durch die Auffahrt neben ihr konnte man etwas sehen.
Dank ihrer schattenspendenden Wirkung hatten es viele dort angesiedelte Stauden schwer, sich zu entfalten, vom völlig vermoosten Rasen an dieser Stelle ganz zu schweigen. 



Als wir nun ankündigten, das Monstrum zu entfernen, vielen die Reaktionen oft erst einmal entsetzt aus. Die Hecke sei ja "so schön zugewachsen" und hätte eine "so gute Höhe" erreicht, hörten wir.
Noch lustiger wurde es, als wir Vorschläge für Kirschlorbeer rundheraus ablehnten und erklärten, dass wir dort gar keine immergrüne Hecke wollten, sondern etwas Blühendes, einige Sträucher, Stauden und Zwiebelblumen. 
Wir wollten etwas für die Insekten tun, die dank der Entwicklung in vielen Gärten nicht mehr so viel zu lachen - und zu essen - haben. 

Herbst 2016

"Aber dann kann man euch ja sehen, wenn ihr im Garten seid! Und auf der Terrasse!", so die entsetzten Kommentare.
"Und was genau ist daran so schlimm?", fragten wir zurück.
So richtig konnte das eigentlich niemand sagen. 
Ist es das Bedürfnis nach Privatsphäre? Der Wunsch von anderen unbeobachtet zu sein?


Frühling 2017
Wenn die blühenden Sträucher höher geworden sind, wird es sicher etwas Sichtschutz geben - zumindest im Sommer. Aber ehrlich gesagt, stört es uns kein bisschen, wenn vorbeifahrende, gehende oder radelnde Menschen uns im Garten bei werkeln, spielen oder grillen sehen können.


Zwischen den Sträuchern geht es bunt zu, Löwenmäulchen, Borretsch, Stockrosen, Goldrute und viele andere zaubern monatelang ein buntes Bild.





Wie ist das bei euch? Fühlt ihr euch wohler, wenn die Hecke hoch und dicht ist? 
Liebe Grüße
Katharina 

Kommentare:

  1. Moin, Katharina, das ist ja mal ein toller Beitrag! Ich habe ein enormes Bedürfnis nach Sichtschutz. Das ergibt sich daraus, dass wir am Hang wohnen. Von oben hat man vollen Blick in den Garten. Rechts Flodders (damit lebe ich ohne Sichschutz) und links eine Familie, die sich gerne versteckt. Nun ist durch den Wegfall meines Buches wieder eine Sichtlücke entstanden, die sich erst schließen wird, wenn die neuen zwei Eiben hoch sind. Ich fühle mich nicht so sehr beobachtet, aber andere anscheinend schon. Ein Plausch über den Gartenzaun kann doch auch mal schön sein. Nach hinten habe ich zweireihig Sträucher gesetzt, die fast dicht sind. Dort ist auch ein sehr ungepflegter Garten. Alles muss man sich ja nicht antun. Die Art, wie du deinen Garten gestaltest, gefällt mir unglaublich gut. Alles sieht sehr lebendig und bunt, und trotzdem mit viel Geschick gepflanzt aus. Mach weiter so!

    Sigrun

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Katharina,
    das mit dem Sichtschutz ist so eine Sache: sind wir am werkeln ist es mir egal dass mich die Leute sehen (unser Grundstück liegt direkt an der Hauptstraße). Das ist zuweilen sogar nett, da sich dann und wann ein nettes Gespräch entwickelt. Liege ich aber auf der Terrasse und will meine Ruhe hätte ich sehr gerne einen WIRKLICH hohen Sichtschutz. "Hätte gerne" ist dabei absichtlich gewählt: Wir haben unsere Hecke (heimische Eibe) erst letzten November gepflanzt und sie hat momentan gigantische ...... 40 cm! Höhe :-)
    Liebe Grüße,
    Krümel

    AntwortenLöschen
  3. Also uns sieht man auch im Garten und wir die Nachbarn, dann grüßt man sich, unterhält sich oder winkt einfach nur rüber. Also echt, Thuja, geht meiner Ansicht ja ohnehin gar nicht. Ich finde es so schön, wie gemischt und bunt ihr es jetzt gestaltet habt. Und wenn dann Büsche höher werden, wird es auch sehr schön. Auf so einen tollen Wall passt keine Thujahecke, da habt ihr ganz richtig gehandelt finde ich .
    Liebe Grüße Achim

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Katharina,
    es kommt sicher immer auf die Lage des Gartens an ... an einer viel befahrenen Straße würde ich auf keinen Fall auf Sichtschutz verzichten. Unsere Rotbuchenhecke steht zur Straßenseite ... wäre aber auch nicht zwingend nötig, da wir am Ende einer Sackgasse liegen. Die anderen Seiten verleiten doch zum netten Gespräch über den Gartenzaun und das lieb ich schon. Dein Staketenzaun mit der Bepflanzung ist einmalig und jetzt schon ein Hingucker für alle Vorbeikommenden.
    Lieben Gruß, Marita

    AntwortenLöschen
  5. Nein mir geht es genauso wie dir....
    Und die Veräderung ist so schön...
    Alleine die Stockrosen......Wunderschön.....
    Ganz liebe Grüße
    Jen

    AntwortenLöschen
  6. Hm, das kommt tatsächlich auf die Lage an. Unsere Besucher sind immer ganz erstaunt wenn sie unseren Garten zum ersten mal betreten. Er ist nämlich von der Straße aus nicht einsehbar und darüber bin ich ganz froh. Da die Häuser rings um uns herum doch sehr nah bei unserem Grundstück stehen, werden wir jedoch wohl nie unbeobachtet bleiben.

    LG Lis

    AntwortenLöschen
  7. Uns macht es auch nichts von den Nachbarn gesehen zu werden, wir haben hier offene Gärten und jeder sieht jeden :-), allerdings weiß ich nicht wie es wäre wenn wir unser Grundstück an einer STraße hätten, aber ich denke es würde uns auch nicht stören. SChöne Bilder von deinem Garten.#Viele liebe Grüße
    Steffi

    AntwortenLöschen
  8. Ich liebe Staketenzäune! Ich finde es gut, dass ihr die Sonne reingelassen habt und den Bienen schöne Blumen gepflanzt habt. Das mit dem Sichtschutz ist immer schwierig. Ich habe auch gern meine Ruhe, aber der Garten ist durch den Sichtschutz doch inzwischen arg dunkel geworden.
    VG
    Elke

    AntwortenLöschen
  9. Liebe Katharina, wir haben auch die alten Hecken im Garten entfernt, nachdem wir das Haus gekauft hatten. Zum einen waren sie zum Teil schon richtig hässlich, weil nie geschnitten, zum anderen war uns ein Zaun mit daran anschließenden Rabatten lieber als wieder ein Wildwuchs mit hohem Pflegeaufwand. Ich verstehe Dich gut.

    LG Kathrin

    AntwortenLöschen
  10. Hut ab liebe Katharina! Gärtner wie Du sind selten zu finden. Eine blühende Hecke zu pflanzen ist genau der richtige Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe, Deinem Beispiel folgen viele Hausbesitzer.
    VLG Sabine

    AntwortenLöschen
  11. I like to have some privacy. I think your fence looks really nice together with the flowers growing through them. Groetjes Hetty

    AntwortenLöschen
  12. Also das haben wir letztes Jahr auch gemacht: Eine Hecke herausgerissen und stattdessen einen Staktetenzaun gesetzt. Jetzt kommt viel mehr Sonne in den Garten und am Zaun entlang kann's jetzt schön blühen. Die Entscheidung haben wir noch nicht bereut.
    Bei dir sieht's jetzt ja auch sehr schön aus.
    LG Sigrid

    AntwortenLöschen